14.05.2018 - 1. Mannschaft gewinnt Topspiel in Erpel


1. Mannschaft gewinnt Topspiel in Erpel!

Treffender kann ein Sportplatz eigentlich nicht betitelt werden. Jedenfalls an diesem Spieltag machte der Kunstrasenplatz „de Kipp“ am Erpeler Hang der Spitzenpartie alle Ehre. Die spannende Begegnung, bei der nur das Wetter trist war, stand ständig auf der Kippe. Schon nach knapp zehn Minuten lag die Führung für die Gäste in der Luft. Nach einer Ecke knallte der stets gefährliche Matthias Gilgert die Kugel volley aufs Tor, aber auch genau auf FV-Torwart Lars Kubach, der Nachschuss flog in die Wolken.

Beide Mannschaften hielten sich fortan mit Geplänkel nicht lange auf, sondern suchten den schnellen Weg nach vorne. Die Gäste wirkten zeitweise etwas zielstrebiger, lebten aber auch von einigen leichten Abspielfehlern der Rot-Weißen. In der 24. Minute bekam das Engagement des Aufsteigers einen herben Dämpfer. Schiedsrichter Dennis Schumacher machte sich keine Freunde auf Erpeler Seite, denn er schickte FV-Kapitän Michael Siebert nach wiederholtem Foulspiel mit der Ampelkarte zum Duschen. „Das war letztendlich nicht entscheidend, aber es beeinflusste unsere Marschrichtung schon“, beurteilte Eskander Zamani, Trainer der Heimelf, die sehr harte Entscheidung später.

Seine Mannschaft ließ sich unterdessen nichts anmerken. Ein Distanzschuss von Marvin Handschuhmach (38.) zwang den Rengsdorfer Torwart Nico Neumann zu einer Parade für die Galerie. Auch drei weitere Versuche brachten die Erpeler nicht über die Linie. Die Strafe folgte auf dem Fuße, denn ein flotter Konter des SVR saß. Rengsdorfs Sturmduo nutzte die Möglichkeit eiskalt aus, Gilgert spielte Robin Halfmann frei, und Erpels Schlussmann hatte keine Abwehrmöglichkeit (42.). Zwei Minuten später traf Gilgert nur die Querlatte.

Zum Wiederbeginn gab FV-Keeper Kubach lautstark die Devise aus: „Vollgas, Leute!“ Seine Vorderleute beherzigten die Worte konsequent. Mit viel Kampfgeist ließen sie die Überzahl des Gegners vergessen. Nach einem Freistoß tauchte Handschuhmach alleine vor dem SV-Tor auf, kam aber eine Sekunde zu spät.

Die offensive Einstellung des Tabellenzweiten erlaubte den Gästen zwangsläufig Gegenattacken. Zuerst stibitzte Gilgert dem FV-Tormann nach dessen Parade den Ball, traf aber liegend nur den Pfosten. Ein folgender Querpass im eigenen Strafraum wurde Erpel fast zum Verhängnis. Halfmann war aber zu unkonzentriert.

Ein überfallartiger Angriff brachte den Gastgebern plötzlich den umjubelten Ausgleich. Arian Hoxhaj hatte auf der linken Seite alle Zeit der Welt, seine Flanke genau dahin zu bringen, wo sie hingehörte. Zu Fernando Bonn nämlich, und der hatte keine Mühe, das 1:1 zu erzielen.

Doch die Belohnung für eine tapfere zweite Halbzeit sollte Erpel nicht gelingen. Eine Flanke von der Außenlinie, von Steffen Teske in den FV-Strafraum geschlagen, torpedierte Stefan Tiefenau mit einem starken Kopfball zum 1:2 ins Netz.

Rengsdorfs Trainer Michael Sauer war verständlicherweise prächtig gelaunt. „Das war eine verdammt enge Partie, die wir nicht unverdient gewonnen haben. Wir hätten es schon vor der Pause klar machen müssen, haben den Sieg aber noch über die Ziellinie gebracht“, analysierte er erleichtert. Erpels Coach Zamani machte seiner Mannschaft Komplimente, dass sie sich trotz des Handicaps nie aufgegeben hatte: „Eigentlich haben wir das Spiel gemacht, das ein beachtliches Niveau hatte.“

Auch am Montag nach dem Spiel zeigte sich SV-Trainer Sauer noch immer hochzufrieden und gab gleichzeitig die Richtung für die letzten Spiel aus!

„Es war ein hochemotionales und intensives Ligaspiel zweier Topteams, mit allem was dazu gehört. Ab der zwanzigsten Minute haben wir ein etwas anderes Spiel gesehen. In der ersten Halbzeit haben wir die Überzahl sehr gut ausgespielt. In der zweiten Halbzeit ließen wir beste Möglichkeiten leichtfertig liegen, haben zu früh, zu schnell die Lösung gesucht und Erpel zwei, drei sehr gute Konterchancen gegeben. Hier hätten wir noch abgezockter agieren können. Die Art und Weise, wie wir Widerstände aus dem Weg räumen spricht für sich. Manchmal ist das schöner und mehr wert, als drei Punkte zu holen. Wir haben in puncto Mentalität und Taktik hervorragend gearbeitet. Am Ende hatten wir die besseren Torchancen und haben schlussendlich auch verdient gewonnen.

Sauer will seine Energie für etwas anderes aufwenden: die Entwicklung der blutjungen Mannschaft.

"Konkret streben wir nach einer noch größeren Ballsicherheit, vor allem in torgefährlichen Räumen", sagt er. "Auch das Positionsspiel kann noch reifen. Wir brauchen zudem noch mehr Vertikalität und müssen noch mehr Torgefahr ausstrahlen, ohne das die Abstände zur Defensive zu groß werden."