Eröffnung des Kunstrasenplatzes


Lange Gesichter hatten am Wochenende in Rengsdorf keinen Platz.

Im Gegenteil: Rund um die neu angelegte Kunstrasen-Sportanlage strahlten Prominente, Sportler und Besucher um die Wette. Und allen hatten Grund dazu.


"Wenn dies hier, die offizielle Einweihung des Kunstrasenplatzes mit der Nebenanlage auf dem Gelände des ehemaligen Hartplatzes, kein Grund zur Freude ist, dann weiß ich nicht, worüber man sich noch freuen sollte", meinte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Kleinmann und versuchte sich sogleich an einer Prioritätenliste der Freude: Vom wunderschönen Anblick der gesamten Anlage, über den positiven Eindruck, den sie auf vorbeifahrende Autofahrer macht, bis hin zum Spielbetrieb, der den Erwachsenen, aber vor allem auch den Kindern und Jugendlichen jetzt noch mehr Spaß macht.

 

"Wir können stolz sein, eine solche Anlage mit bestem Qualitäts-Kunstrasen unser eigen zu nennen - und dies als richtige Investition in die Zukunft von Rengsdorf zu sehen", so Kleinmann.

Um das Kleinod zu schaffen, musste erst einmal viel Geld fließen.

500 000 Euro hatte die Ortsgemeinde in den Haushalt eingestellt, 412 400 Euro betrug dann schließlich der finale Gemeindeanteil für Sportanlage und benachbarten Kunstrasen-Bolzplatz, auf dem die Kinder zu jeder Zeit kicken können. Gelder aus dem I-Stock, dem so genannten "Goldenen Plan", flossen hinzu, außerdem steuerte der Sportbund Rheinland einiges an Zuschüssen hinzu. Der SV Rengsdorf leistete enorme Eigenleistungen im Gegenwert von rund 40 000 Euro, sodass am Ende die Gesamtkosten von rund 613 000 Euro gedeckt werden konnten.

"Hier wurde gut gewirtschaftet, und der Kleinfeldplatz ist quasi das Sahnehäubchen", lobte Willibald Hannappel, der als einer der Vertreter des Fußballverbandes Rheinland zum Mikrofon griff. Und auch Verbandsbürgermeister Rainer Dillenberger und Sportkreisvorsitzender Alfred Hofmann nutzten die Stunde, um dickes Lob und beste Wünsche für die neue Anlage loszuwerden. "Der Fußballverband hat die Satzung, der Sportbund stellt das Geld", scherzte Hofmann mit Günther Hübinger, Fußball-Kreisvorsitzender Westerwald-Wied.

 

Für den Vorstand des SV Rengsdorf bedeutete die offizielle Platzweihe indes das Ende harter Arbeit und der Beginn einer neuen Zeit. "Vor allem der Kleinfeldplatz ist für uns eine enorme Verbesserung. Immerhin sind in unserem Verein von insgesamt 410 Mitgliedern fast die Hälfte Kinder und Jugendliche", freute sich Vorsitzender Rainer Runkel, der mit seiner Mannschaft eine gebührende Feier auf die Beine gestellt hatte. Der Donnerstag "im Zeichen Südamerikas" bildete den Auftakt eines Sportwerbewochenendes. Die Senioren spielten gegen "Arriba Peru", dazu spielte die Musikgruppe "Amazonas" zünftig auf. Am Samstag und Sonntag zeigten vor allem die Jugendmannschaften des SV ihr Können, außerdem lockte ein U-17-Spiel des SV Wehen-Wiesbaden und TuS Koblenz sowie die Partie FC Karbach gegen 1. FC Köln II die Massen an.

"Die Erwachsenen müssen schließlich arbeiten", schmunzelte Runkel mit Blick auf den Budenzauber auf dem Sportgelände, der die zahlreichen Gäste verköstigte. Am Montag wird dann wieder Ruhe einkehren. Und der Kunstrasen endlich dazu da sein, wozu er gebaut wurde: zum Fußballspielen.   

 

RZ Neuwied vom Montag, 6. Juli 2009, Seite 24